Papst Benedikt XVI bittet um Vergebung

Papst Benedikt XVI fand sehr klare Worte zum Thema Missbrauch in der Kirche während der Predigt zum Abschluss des Priesterjahres.

Er nutzte die Predigt zu einer Vergebungsbitte für die Vergehen von katholischen Geistlichen an Minderjährigen.

Wir bitten Gott und die betroffenen Menschen inständig um Vergebung und versprechen zugleich, dass wir alles tun wollen, um solchen Missbrauch nicht wieder vorkommen zu lassen“.

Papst Benedikt. ging als Theologe auf den Missbrauchsskandal der letzten Zeit ein. Er äußerte sich nicht zu rechtlichen oder kirchenrechtlichen Details. Papst Benedikt kündigte keine neuen Normen an denn das hatten die zuständigen Vatikan Ministerien bereits getan.

Denn die kirchlichen Normen für das Vorgehen bei Missbrauchsvergehen aus dem Jahre 2001 sind weitreichend, sollten jetzt aber nochmals konkretisiert werden. Benedikt XVI. selbst hatte sich zudem mit seinem Brief an die irischen Katholiken umfassend zu dem Thema geäußert. Nur war nicht ausreichend vermittelt worden, dass die Ausführungen nicht auf die Grüne Insel beschränkt sein sollten, sondern generell gelten.

In seiner Predigt warnte der Papst auch vor falscher Toleranz oder unangemessener Nachsicht. Es sei kein Zeichen von Liebe, wenn ein für das priesterliche Leben unwürdiges Verhalten geduldet werde, meinte er offensichtlich mit Blick auf Vertuschungspraktiken in manchen Diözesen. „Auch die Kirche muss den Stock des Hirten gebrauchen“, betonte er in Anspielung auf das biblische Bild vom Hirtenstab.

Herausragender Beitrag zur Aufarbeitung
Die Papstpredigt zum Priesterjahr gilt als neuer, herausragender Beitrag zur Aufarbeitung der Missbrauchsthematik. Offenbar waren nicht alle Stimmen von Kirchenleuten dazu aus Sicht des Papstes hilfreich. Da wurde den Medien die Schuld in die Schuhe geschoben.

Da sprach ein Kardinal auf dem Höhepunkt des Skandals von „Geschwätz“, durch das sich die Kirche nicht irritieren lassen dürfe. Hierzu stellte der Papst bereits bei seiner Reise nach Fatima vor einem Monat klar, die Angriffe auf die Kirche kämen nicht nur von äußeren Feinden, sondern „gerade aus dem Inneren der Kirche, von der Sünde, die in der Kirche existiert“.

Hatte diese Äußerung bereits eine Versachlichung der Diskussion bewirkt, so unternahm Benedikt XVI. mit seiner Vergebungsbitte am Ende des Priesterjahres einen weiteren Schritt, um verlorenes Vertrauen für die katholische Kirche wiederzugewinnen.

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