Papst Benedikt XVI sieht in die Verunreinigung des Glaubens größte Gefahr

Am Dienstag dem 29.06.2010 sagte Papst Benedikt XVI während der Festmesse im Petersdom:
Die größte Gefahr für die Kirche ist nicht die Verfolgung von Außen, sondern in einer Verunreinigung des Glaubens und des christlichen Lebens. Diese schwäche die proheptische Kraft der Kirche und trübe ihre Schönheit.

Papst Benedikt XVI. hob die Gemeinschaft mit dem Papst als Voraussetzung für Rechtgläubigkeit und Freiheit der Kirche hervor. Das Petrusamt garantiere die Übereinstimmung mit der Wahrheit und der authentischen Tradition. Auf diese Weise schütze es die Gläubigen vor Irrtümern in Fragen des Glaubens und der Moral, so der Papst in seiner Predigt zum Hochfest Peter und Paul. Ihren Ursprung habe die Freiheit der Kirche letztlich in Gott.

Papst Benedikt XVI. betonte, die Hinordnung auf das Papsttum gewährleiste auch die Freiheit der Teilkirchen und nationalen Bischofskonferenzen gegenüber lokalen, nationalen und internationalen Mächten. Diese könnten in bestimmten Fällen die kirchliche Mission behindern. Durch die Bindung an den Heiligen Stuhl seien die Priester freier und stärker in ihrem Wirken.

Als ein «Unterpfand der Freiheit» gegenüber Verfolgung, Ideologien und vom Evangelium abweichenden Lehren und Praktiken bezeichnete Benedikt XVI. das Pallium. Diese weiße Wollstola mit schwarzen Seidenkreuzen, die zu liturgischen Feiern über dem Messgewand getragen wird, verlieh das Kirchenoberhaupt während des Gottesdienstes traditionsgemäß an die 38 in vergangenen Jahr ernannten Metropolitan-Erzbischöfe. Unter ihnen war auch der Erzbischof der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi, Pierre Nguyen Van Nhon.

Ferner hob Benedikt XVI. die Notwendigkeit einer Einheit der Christen hervor. Spaltungen in der kirchlichen Gemeinschaft seien Symptome für die Kraft der Sünde. Das Kirchenoberhaupt würdigte insbesondere die «Fortschritte» in den katholisch-orthodoxen Beziehungen. An dem Gottesdienst nahm wie in den vergangenen Jahren üblich auch eine ranghohe Delegation des Patriarchats von Konstantinopel teil, unter ihnen Metropolit Gennadios und Bischof Bartholomaios Kessidis, Assistent der orthodoxen Metropolie in Deutschland.

Im Anschluss an die Hl. Messe sprach Papst Benedikt den Angelus, zu den deutschsprachigen Besuchern sagte er:

„Ganz herzlich heiße ich alle deutschsprachigen Pilger und Besucher am Hochfest der Heiligen Petrus und Paulus, der Stadtpatrone Roms, willkommen. Heute Morgen habe ich 38 neu ernannten Erzbischöfen und Metropoliten aus der ganzen Welt das Pallium verliehen. Dieses besondere, aus Wolle gewobene Band, erinnert uns an die Lämmer und Schafe, die der auferstandene Christus dem Apostel Petrus zu weiden aufgetragen hat. Die Hirten der Kirchenprovinzen sollen dem Nachfolger Petri dabei helfen, diesen Auftrag des Herrn auch heute zu erfüllen. Ich lade euch ein, die Bischöfe durch euer Gebet und Opfer darin zu unterstützen, in der Nachfolge Jesu rechte Hirten zu sein. Der Heilige Geist begleite euch auf all euren Wegen!“

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